Athletenporträt: Michael (61 Jahre jung), Ur-Neuköllner

Ich bin 61 Jahre alt, lebe seit meiner Geburt in Neukölln, bin seit
35 Jahren verheiratet und Vater von drei Töchtern. Sport war immer ein
Teil meines Lebens: Fußball, Squash, Tischtennis (in der Kirchenliga) –
ich habe vieles ausprobiert.

1997 habe ich nach meiner
Fußballkarriere mit dem Laufen begonnen. Mein erster Wettkampf war am
31.12.1997 der SCC-Silvesterlauf über 10,7 km am Teufelsberg. Seitdem
bin ich dem Ausdauersport treu geblieben. 1998 folgte mein erster
Halbmarathon, 1999 der erste Berlin-Marathon. Heute bin ich Mitglied im
Berlin-Marathon-Jubilee-Club – es sind mittlerweile über zehn Teilnahmen
geworden. Dazu kamen Marathons in Hamburg und London.

2000
habe ich dann im Fernsehen Stephan Vuckovic bei den Olympischen Spielen
in Sydney gesehen – Silber im Triathlon. Das war mein erster
Berührungspunkt mit dem Sport. Aber es dauerte noch bis 2006, bis ich
selbst bei meinem ersten Volkstriathlon bei den Weltraumjoggern antrat.
Mit einem gebrauchten Alu-Rennrad und einem Neoprenanzug von eBay ging
es los. 2007 nahm ich an der Sprintdistanz der Triathlon-WM in Hamburg
teil – das Jahr, in dem Daniel Unger Weltmeister auf der Kurzdistanz
wurde. Das war richtig cool!

Trotzdem blieb mein Fokus
zunächst beim Marathon. 2016 wollte ich dann eine neue Herausforderung:
eine erste Mitteldistanz. Ich besorgte mir ein neues Rennrad von Giant,
lernte über meinen Orthopäden meine heutige Trainerin (und Osteopathin)
kennen – und los ging’s: BerlinMan 2016! Schwimmen war meine größte
Hürde, doch mein Motto lautete: nicht als Letzter aus dem Wasser kommen
und dann das Feld von hinten aufrollen. Trotz eines Krampfs im Wasser
und den berüchtigten Wannsee-Treppen habe ich das Rennen durchgezogen
und einen starken Halbmarathon hingelegt.

Es folgten weitere Mitteldistanzen in den Jahren 2018, 2019, 2021 und 2023.

Dann
kam Corona. Im Februar 2020 waren wir noch in Südafrika, als meine Frau
von einem Virus in China las. Den Rest kennen wir. Während des ersten
Lockdowns hat mir meine Trainerin ihren Wahoo Kickr verkauft – und ich
habe „Zwiften“ gelernt. Auch als Familienunternehmen mit 17
Mitarbeitenden mussten wir komplett digital werden – was uns zum Glück
gut gelungen ist.

Inzwischen bereiten meine Frau und
ich die Übergabe unseres Unternehmens an eine unserer drei Töchter vor,
um uns langsam auf den Ruhestand einzustellen.

Natürlich
gab es auch Rückschläge: 2020 hatte ich einen schweren Radunfall mit
einem Auto. Glück im Unglück – die Halswirbelsäule blieb unverletzt,
nach fünf Tagen war ich wieder aus dem Krankenhaus. Solche Erfahrungen
zeigen: Entweder man steigt gleich wieder aufs Rad – oder nie wieder.
Ich habe mich für Ersteres entschieden.

2022 wollte ich
endlich mal verletzungsfrei bleiben – hat nicht ganz geklappt. Über die
Website des Berlin-Triathlons bin ich auf „Das TriathlonCamp“ gestoßen
und habe einfach mal bei Torsten J. angerufen – ob da auch jemand „in
meinem Alter“ mitmachen kann. Im März 2022 fuhr ich also ins erste
Trainingslager – und war begeistert! Leider stürzte ich bei einer
Ausfahrt und zog mir einen Schlüsselbeinbruch zu. Die Triathlonsaison
war gelaufen, aber Radfahren und Laufen gingen trotzdem.

 

In
den TriCamps 2022 bis 2024 lernte ich dann auch TVB-Mitglieder wie
Kerstin und Lara kennen. Auf Anraten meiner Frau trat ich im Januar 2023
dem TVB bei – und dachte mir: Warum nicht auch für die Masters in der
Regionalliga Ost starten? Gesagt, getan. 2023 und 2024 war ich jeweils
bei einem Rennen am Start.

 

Dazu kamen drei Teilnahmen
bei der Mecklenburger-Seen-Runde (300 km Radmarathon) in den Jahren
2022, 2023 und 2024 – jedes Mal ein echtes Highlight! Ich sage immer:
Man ist nie zu alt für neue Herausforderungen.

Und
jetzt ist es soweit: 2025 gehe ich auf die Langdistanz! Meine Frau hat
es schon geahnt – ich hatte Losglück für Roth am 6. Juli 2025. Die Form
stimmt, und das Trainingslager auf Mallorca im April war eine super
Grundlage.

Die erste Generalprobe: der neuseenMAN am 1. Juni 2025 – Mitteldistanz in Ferropolis. Und dann kommt Roth.

Bis dahin heißt es: gesund bleiben.

Mein Lebensmotto: Positive Thinking.


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