Challenge Roth 2025 – Ein Triathlon, der Gänsehaut garantiert

Die Challenge Roth ist nicht einfach nur ein Rennen – sie ist ein
Mythos. Mit über 3.500 Einzelstarter:innen und tausenden Staffeln zählt
sie zu den größten und emotionalsten Triathlon-Langdistanzen der Welt.
3,8 km Schwimmen, 180 km Radfahren und ein Marathon zum Abschluss – das
alles gepaart mit einer unfassbaren Stimmung entlang der Strecke. Wer
einmal den legendären Solarer Berg hochgefahren oder ins Roth-Stadion
eingelaufen ist, weiß: Hier wird Triathlon gelebt, hier wird Geschichte
geschrieben.

Unsere Athleten haben sich dieser Herausforderung gestellt – und was für ein
Wochenende das war! Schon die Tage vor dem Rennen waren geprägt von
Nervosität, Vorfreude und diesem ganz besonderen Roth-Feeling:
Messebesuche, Pasta-Partys und der erste Sprung in den warmen
Main-Donau-Kanal. Das Neoverbot in diesem Jahr sorgte für Respekt,
machte aber gleichzeitig den Stolz umso größer, die 3,8 km „pures
Wasser“ zu bewältigen.

Das Rennen – Emotionen pur

Der Schwimmstart im Morgengrauen war ein Erlebnis für sich: dichtes
Gedränge, tobende Zuschauer und eine Aufbruchsstimmung, die selbst
erfahrene Athleten sprachlos machte. Jeder Schlag im Wasser war
begleitet von Gänsehaut – und dem festen Ziel, den Tag zu genießen.

Auf dem Rad wartete das volle Triathlon-Feuerwerk. Der Solarer Berg? Ein
einziger Hexenkessel! Hier war kein Platz für Zweifel, hier trugen die
Rufe der Zuschauer jeden Einzelnen nach oben. Wind und Sonne machten die
zweite Radrunde zu einer echten Herausforderung, aber das tat der
Freude keinen Abbruch – Roth gibt dir immer mehr, als es nimmt.

Und dann der Marathon. 42 Kilometer, die alles von einem abverlangen – und
gleichzeitig ein Fest sind. An jeder Ecke standen Supporter, Bekannte,
Vereinsfreunde. Büchenbach mit seinen fiesen Steigungen wurde zum
Prüfstein für den Kopf. Doch genau hier bewies sich der wahre Spirit
unserer Starter: weiterlaufen, lächeln, kämpfen.

Das Gefühl im Ziel

Wer die letzten Meter ins Stadion läuft, weiß: Alle Schmerzen sind
vergessen. Da sind nur noch Jubel, Stolz und Tränen. Michael beschrieb
das Gefühl perfekt, als er nach seiner Premiere als Ü60-Rookie einfach
sprachlos im Zielbereich stand. Für Ronny ging ein Traum in Erfüllung,
Andreas feierte nach nur zweieinhalb Jahren Triathlon-Erfahrung sein
Langdistanz-Debüt, für Torsten war es das Comeback nach fast einem
Jahrzehnt – und Henry meisterte mit 28 Jahren sein erstes Langdistanz-Abenteuer.

Warum Roth?

Weil es mehr ist als ein Rennen. Es ist das Zusammenspiel von tausenden
Helfern, einer ganzen Region, die feiert, und Sportlern, die ihre
Grenzen verschieben. Weil Roth zeigt, dass Triathlon nicht nur ein
Einzelsport ist, sondern ein verbindendes Erlebnis.

Unser Verein ist stolz auf diese großartigen Leistungen und die Geschichten,
die unsere Starter geschrieben haben. Ob auf oder neben der Strecke –
Roth 2025 war ein Wochenende voller Inspiration, Teamgeist und
Emotionen.

Ergebnisse

Name AK Gesamtzeit Swim Bike Run
Marcus Gawlik M35 10:33:30 1:21:59 5:11:24 3:53:02
Andreas Walzel M45 10:42:19 1:15:19 5:23:23 3:55:42
Henry Beiker M25 11:06:55 1:11:43 5:21:36 4:25:52
Ronny Reese M45 11:24:40 1:27:42 5:36:15 4:14:49
Torsten Jentsch M60 12:40:33 1:46:21 6:05:13 4:33:37
Michael Loerzer M60 12:48:48 2:01:28 6:03:20 4:32:34

Berichte unserer Starter


Meine Zeit im Triathlon begann erst vor zweieinhalb Jahren (November 2022) mit dem Wunsch, „richtig“ schwimmen zu lernen. Unsere Cosi, einige TVB’ler und zahlreiche Trainingslager haben diesen Wunsch verstärkt. Durch meine sportliche Vergangenheit wurde meine Entwicklung zusätzlich begünstigt: Ich komme aus dem Leistungssport Turnen und bringe dadurch einige Vorteile mit, die ein kompletter Neueinsteiger nicht hat.

Den Gedanken, in Roth zu starten, verdanke ich meinem besten Sportbuddy und Freund Benjamin Pause. 2024 durfte ich ihn von der Seitenlinie aus supporten – und wurde vollends infiziert. Die Triathlonszene ist schon besonders, aber die Stimmung in Roth setzt dem Ganzen die Krone auf. Gesagt, getan: Am nächsten Tag bin ich früh aufgestanden, habe mich in die legendäre Warteschlange gestellt und mir mit der Nummer 450 für 699 Euro ein Ticket für 2025 gesichert.

Eine Langdistanz ohne vorher eine Mitteldistanz gemacht zu haben? Schon irgendwie verrückt. Also habe ich mich für den Ironman Erkner 70.3 angemeldet und ihn souverän in unter 5 Stunden gefinisht. Das hat mich motiviert, weiterzumachen. Mit Benni an meiner Seite musste das doch klappen! Aber so einfach war das alles nicht: Neben Beruf und Familie so ein Training unterzubringen, ist alles andere als leicht. Nach einigen Hochs und Tiefs und einer finalen Traineränderung kam ich in der Woche vor dem großen Tag in Roth an und konnte mich im Beisein vieler Gleichgesinnter mental auf das Event vorbereiten.

Nach einer kurzen Nacht ging es am 6. Juli um 5:30 Uhr los zum Schwimmstart – mit einem perfekten Frühstück von Benni und Nicole im Bauch. Ich war gar nicht so nervös, da ich das Event ja schon vorher von der Seitenlinie kannte, die Strecke mehrfach abgefahren war und ich den Kopf mit anderen Dingen beschäftigt hatte. Als meine Startgruppe um 7:30 Uhr (ohne Neo) ins Wasser durfte, wurde es voll – und meine Nervosität kam zurück.

Der Startschuss fiel, die Kette wurde von der DLRG hochgezogen, und los ging’s. Ich fand schnell meinen Rhythmus und eine stabile Wasserlage. Wir schwammen zügig auf das vorherige Feld auf, und ich war mental im Flow. Dennoch kam ich erst nach 1:15 Stunden aus dem Wasser, was mich irritierte. Ich schob es auf das Neoverbot und meine kontrollierte Anstrengung. Der Wechsel klappte perfekt in knapp vier Minuten, und ich war schnell auf dem Rad.

Gleich in der ersten Kurve standen unsere Supporter – mental ein echter Push! Nach nur einem Kilometer verlor ich meine erste Eliteflasche mit meiner wichtigen Nutrition. Zum Glück reagierte ein Zuschauer blitzschnell und reichte sie mir zurück. Doch 500 Meter später passierte es wieder. Mist. Ich fuhr weiter, denn im Oberrohr hatte ich noch drei Gels. Die Situation war ärgerlich und wird zukünftig definitiv optimiert. Das Radfahren lief insgesamt gut, auch wenn ich defensiv unterwegs war: Ich war ja noch nie einen Marathon gelaufen, nicht einmal 30 km am Stück. Der Halbmarathon beim Ironman Erkner war ja mein erster – immerhin in 1:45 h!

In Runde eins fiel dann auch noch die Kette ab, und ein Kampfrichter mahnte mich wegen Windschattenfahrens. Es reichte. Ich beschloss, einfach nur zu genießen und auf der tollen Strecke mein Bestes zu geben. Am Solarer Berg war alles vergessen – Gänsehaut pur! Danach lief alles wie am Schnürchen. Auch der zweite Wechsel lief fantastisch, und ich ging auf die Laufstrecke.

Fast hätte mich ein euphorischer Arbeitskollege umgerissen. Dann kam der erste Versorgungspunkt, und ich wollte mir Crushed Ice in den Anzug packen – leider unübt. Statt in Brusthöhe landete der Eisbrocken in Bauchhöhe und verursachte Seitenstiche. Bis Kilometer 10 hatte ich damit gut zu tun. Aber ich blieb motiviert, unter anderem durch unsere Fangemeinde und meinen Sportsfreund Ronny, der nur vier Kilometer hinter mir war.

Ich konzentrierte mich auf meine Lauftechnik (Danke, Jürgen vom TRI Camp), meine Nutrition und den Stolz, es so weit geschafft zu haben. Ich musste nie gehen und konnte das Tempo am Ende sogar steigern. Auch der berüchtigte Büchenbach konnte mich nicht stoppen. In 10:42 h finishte ich meine erste Langdistanz – souverän. Wahnsinn! Ich war überglücklich!

Im Ziel wartete Benni mit seiner Familie und freute sich genauso wie ich. Danke an alle, die mich auf dem Weg begleitet haben! Eines ist sicher: Ich komme wieder und starte die Mission „unter 10 Stunden“.

Sportliche Grüße,
Andy


Hallo an alle, die das hier lesen.
Ich bin Henry, 28 Jahre alt, und seit zwei Jahren on/off im Triathlon unterwegs – und seit genau einem Jahr mit regelmäßigem Training.
„Regelmäßig“ deshalb, weil ich auf gut Glück versucht hatte, einen Startplatz in Roth zu bekommen – und es hat tatsächlich geklappt.
Die Motivation war also entsprechend groß.

Ich bin vier Tage vor dem Rennen angereist, um genügend Zeit zu haben, die berühmt-berüchtigte Roth-Stimmung aufzusaugen.
Und ich muss sagen: Es war wirklich überall eine großartige Atmosphäre, und jeder, dem man begegnet ist, war einfach unglaublich herzlich.
Alles, was man über Roth hört, stimmt also.

Zum eigentlichen Rennen

Kurz vor dem Start war ich erstaunlich wenig nervös. Ich wusste, dass mein Training auf jeden Fall ausreichen würde, um zu finishen – solange ich mich nicht verletze.
Im Kopf hatte ich eine Zielzeit von 10 Stunden, falls alles perfekt läuft – was es bei der ersten Langdistanz vermutlich nie tut.
Mein Plan war daher, alles nach bestem Können durchzuziehen und am Ende zu schauen, was dabei herauskommt.

Meinen Rennplan war ich im Kopf schon etliche Male durchgegangen, sodass ich mich vor dem Start einfach an einen Baum setzte und noch mit einer anderen Teilnehmerin quatschte,
während ich die Lautsprecherdurchsagen verfolgte.

Dann passierte mir allerdings schon vor dem Start ein kleines Missgeschick: In einer Durchsage wurde Startgruppe 16 aufgerufen.
Ich war Startgruppe 17 und dachte: „Okay, 16 geht jetzt ins Wasser, dann mache ich mich mal auf den Weg.“
In der Schlange angekommen fiel mir auf, dass hier nur Leute aus Startgruppe 18 standen. Also durch die Menge gedrängelt und festgestellt: Gruppe 16 ist schon gestartet, und 17 muss jetzt ins Wasser.

Ich also als Allerletzter – mit nur noch 60 Sekunden bis zum Start – versucht, Schwimmkappe und Brille aufzusetzen, während ich schon ins Wasser schwamm.
Als ich etwa 20 Meter hinter der Gruppe war, fiel auch schon der Startschuss.
Das war ärgerlich, da ich relativ zum Roth-Feld ein starker Schwimmer bin und keine schnellen Füße finden konnte.
So schwamm ich fast alles solo, bis auf die letzten 400 Meter.
Endzeit: 1:11 Stunden. Ziel war 1:05–1:08, daher im Nachhinein etwas enttäuscht – aber ich kam dafür extrem entspannt aus dem Wasser.

Ab aufs Rad

Hier habe ich direkt gemerkt, dass mein hoher Puls – den ich schon in den Vorbelastungen gesehen hatte – leider nicht nur an der Hitze lag, sondern wohl auch an einem zu langen Taper.
Hinzu kam, dass der kleinste Gang am Rad immer noch zu groß war, um die Anstiege sauber im Leistungsbereich zu fahren.
Also musste ich die kleinen Anstiege rund 50 Watt über meiner geplanten Grenze hochdrücken.
Das hielt den Puls hoch, was wiederum dazu führte, dass ich über die gesamte Radstrecke nur etwa drei Viertel meiner geplanten Nutrition runterbekam.
Ich wusste also schon hier, dass es beim Marathon energetisch hart werden würde.

Trotzdem machte das Radfahren richtig Spaß.
Mit meiner „Speedgurke“ an den ganzen 10.000-Euro-Scheibenrädern vorbeizufahren, war extrem befriedigend.
Mein Mantra war: Anstiege so entspannt wie möglich, dann schön aero mit Speed den Rest fahren.
Am Solarer Berg konnte ich zum Glück nicht komplett überpacen, weil die vor mir etwas langsamer waren.

Lustig war auch der Moment, als ich plötzlich in Kerstin Snigolas Gesicht guckte, die ebenfalls überrascht schien, mich da zu sehen!
Endzeit auf dem Rad: 5:21 Stunden. Damit war ich echt zufrieden – zumal ich meine Normalized Power und Average Power ziemlich genau getroffen habe, auch wenn die Anstiege zu hohe Spitzen hatten.

Der Marathon

Es war ja „nur“ noch ein Marathon. Die ersten 5 km lief ich in der geplanten Pace und hoffte kurz, dass mein Nutrition-Defizit doch nicht so groß war.
Diese Hoffnung zerplatzte allerdings zwischen km 6 und 12 – da wurde es schon richtig hart.

Km 13 bis 25 am Kanal: Hier galt das Mantra „Von Verpflegungsstation zu Verpflegungsstation laufen und die Stationen gehen“.
Das funktionierte ganz gut, wenn auch langsamer als geplant.
Ab km 30 verlor ich den Kampf, zwischen den Stationen nicht zu gehen.
Ich musste immer wieder kurze Gehpausen einlegen, setzte mir aber im Kopf immer ein Ziel, ab wann ich wieder loslaufe.
So kämpfte ich mich weiter Richtung Ziel.
Der Berg nach Büchenbach war dann nochmal richtig eklig – aber wohl eine perfekte Vorbereitung für den Werbellinsee-Triathlon. 😉

Im Ziel

Angekommen war ich natürlich mega happy.
Gesamtzeit: 11:06 Stunden – fürs erste Mal echt ordentlich!
Mir hat eine Stunde Nutrition auf dem Rad gefehlt, und ich war am Ende eine Stunde langsamer als meine Wunschzeit.
10 Stunden sind also definitiv drin, wenn ich alles richtig hinbekomme. 😉

Dann hingesetzt, ein Erdinger geschlürft, was gegessen, das Bike ausgecheckt, nach Hause gefahren und geschlafen.

Alles in allem war es ein megacooler Tag, der mir nur nochmal bestätigt hat, dass Triathlon ein Sport ist, auf den ich weiterhin richtig Bock habe.
Ich bin gespannt, was in den nächsten Jahren noch drin ist!


Roth war immer ein Traum, wenn es um das Bestreiten einer Langdistanz ging.

Ich wollte schon 2024 in Roth starten, war aber bei der Online-Anmeldung rund 30 Sekunden zu langsam.

2024 motivierte mich Torsten erneut – und dank der „vor-ausgefüllten“ Daten auf der Roth-Webseite bekam ich das Go für 2025.

Die Anreise am Donnerstag vor dem Rennen war das Beste, was mir passieren konnte: Akklimatisieren, die Atmosphäre genießen, entspannt aufs Rennen vorbereiten, einchecken, die Messe besuchen, quatschen – dafür brauchst du Zeit! 🤪😇

Das Schwimmen ohne Neopren war bereits angekündigt, da der Kanal wegen des niedrigen Donaupegels nicht zusätzlich geflutet wurde. 25,3 Grad am Morgen des Starts – erst das zweite Mal, dass der Neo auch für Agegrouper verboten war.

Der Start war ein Gedränge wie bei einer olympischen Distanz – krass! Danach fand ich meinen Rhythmus. Es lief gut, aber ich war letztlich langsamer als 2023 beim IM Hamburg. Aber Roth hat ja mehr Steigungen, äh, liegt höher als Hamburg… Spaß. Ich habe einfach weniger trainiert. Egal.

T1: Die Helfer ziehen dich quasi aus dem Wasser, haben sofort deinen Radwechselbeutel parat und helfen dir beim Auspacken. Waren ja nur Schuhe drin (Helm war am Rad). Badekappe und Brille rein, unter 3 Minuten durch T1 – läuft.

Radfahren: Darauf freute ich mich besonders. Ich sagte mir: Jetzt bloß nicht zu wild los – für meine Verhältnisse. Aber 36–38 km/h im Schnitt? Nicht gut. Vielleicht war es das viele Gel oder das zu schnelle Anfahren nach dem Schwimmen. Ich musste rausnehmen, bis sich der Bauch beruhigte. Die zweiten 90 km liefen dann besser bzw. konstant gut. Es war warm, und ich goss mir regelmäßig eine der Versorgungsflaschen über den Kopf – Kühlung durch den Fahrtwind: Geilo!

T2: Man nimmt dir das Rad ab, nach wenigen Schritten bekommst du direkt deinen Beutel gereicht. Ab in die Wechselzone.

„Komm, setz dich hierhin“, sagte eine liebe Helferin. Kein Gedränge, alle Sportler entspannt.

„Soll ich dir den Beutel auspacken? Was brauchst du davon?“ Ich war perplex und sagte eher karg: „Alles!“ und bedankte mich.

„Brauchst du Sonnencreme?“ wurde ich gefragt. In mir der Berliner Gedanke: „Was’n hier los? Will nur Schuhe und Cap anziehen – keene Zeit für Gequatsche!“ Aber mit Rückblick und einem inneren „Wow“: Hier wird man echt gepäppelt.

Ich dann: „Nee, alles gut.“

Aber ein Nein war nicht akzeptabel für die junge Lady mit dem typischen Roth-„Wir-machen-alles-für-die-Starter“-Lächeln. Echt herzlich.

„Soll ich dir wenigstens den Nacken einsprühen?“ – Ich gab mich geschlagen und nahm dankend an. Ein Moment lang wollte ich noch sitzen bleiben – die Sonne knallte ordentlich an diesem Tag. ☺️

Aber ich hatte ein Ziel! Also los auf die Laufstrecke. Es lief gut. Die Trainings zahlten sich aus, die auf mich abgestimmte Nutrition verhinderte Krämpfe wie bei vorherigen Langdistanzen. Aber: Ich wurde trotzdem langsamer. Nun denn – man will ja für die nächste LD noch etwas zu verbessern haben (könnte ich ausweichend sagen). Aber so war es halt. In Büchenbach, im letzten Viertel, kamen echt fiese Steigungen. Viele gingen dort statt zu laufen. In meinem Kopf lief ich – vielleicht war’s aber auch nur schnelles Gehen. 🫣🤣

Aber: Das Techniktraining Laufen mit Jürgen zeigte Wirkung – über die ganze Distanz! Danke, Jürgen!

Den letzten Wendepunkt genommen, zurück nach Roth, durch die City.

Auf der Radstrecke top, aber auf der Laufstrecke feierten die Leute einen, feuerten an, motivierten. Absolut hammermäßig.

Und dann: Einlauf ins Stadion – von Andreas Walzer (der Rakete, schon im Ziel) und vielen Supportern angefeuert – lief ich durch den Zielbogen.

Ein Traum ging in Erfüllung: Call me Roth-Finisher 2025! 🎉

Und: Gleich am nächsten Morgen wieder angestellt – Zack, 5 Stunden später erneut angemeldet (für eine Staffel). Früh aufstehen am Folgetag war ich ja schon gewohnt.

Roth – see you 2026!

Jede:r sollte Roth erleben und daran teilnehmen. Das bleibt haften!


Bereits im letzten Jahr ging es zur Challenge Roth. Der Hintergrund: Nach zwei Starts in den Jahren 2014 und 2016 wollte ich diesmal als Zuschauer am Solarer Berg stehen – und mir am Montag den Slot für den Start 2025 sichern.

Als ich dort stand und die Athleten anfeuerte, hatte ich sofort ein Flashback: Ich wusste genau, wie sich die Trias auf dem Rad fühlten, als wir sie den Berg hinaufjagten. Gänsehaut pur, Tränen in den Augen – bei allen! Nach einer Stunde war ich heiser. Die Entscheidung war damit gefallen: 2025 stehe ich wieder am Start.

Im Laufe der Zeit zeigte sich, dass viele Vereinsmitglieder, Teilnehmer des DAS TRI CAMP und weitere Bekannte – ob als Einzelstarter, Staffelteilnehmer oder Supporter – ebenfalls nach Roth fahren würden. Die Vorfreude war riesig. Eine ruhigere Truppe unter uns entschied sich, auf einem Sportplatz direkt in Roth zu campieren.

Ab Mittwoch begann die Anreise, und am Donnerstag wurden mit der Eröffnung der Messe auch die Startunterlagen abgeholt. Die weltgrößte Triathlonmesse ließ keine Wünsche offen – nach dem Motto: „Lieber haben als brauchen“ wurde ordentlich geshoppt.

Felix hatte es bereits angekündigt: Aufgrund von Niedrigwasser war die Berufsschifffahrt auf der Donau eingestellt, was bedeutete, dass auch die Schleusen des Main-Donau-Kanals nicht zur Abkühlung des Wassers genutzt werden konnten – es drohte ein Neoverbot! Also ging es am Freitagmorgen zum Testschwimmen ohne Neo. Es fühlte sich an wie ein Warmbadetag – für mich, der den Neo eher als Schwimmhilfe denn als Kälteschutz nutzt, war das nachvollziehbar sinnvoll.

Freitagabend feuerten wir Kerstin bei ihrer Sprintdistanz an. Ein heißer Tipp führte uns zur Pastaparty – und die war ein Muss! Zehn Minuten vor Schluss stürmten wir in das aufgeräumte Riesenzelt. Pasta in vielen Variationen (al dente!), frische Salate, alle Getränke, Kaffee und Kuchen – alles auf Porzellan serviert. Besser geht’s nicht. Merke: Entweder früh da sein oder ganz zum Schluss – sonst verpasst man was!

Am Samstag wurden Räder eingecheckt und Wechselbeutel abgegeben. Nahezu täglich ging es zur Messe – jedes Mal trafen wir bekannte Gesichter und freuten uns gemeinsam auf das bevorstehende Abenteuer. Am Samstagabend reisten noch Gila mit ihrem Freund und Nico (Namen ggf. prüfen!) an – die Gruppe war komplett.

Sonntag, 4:00 Uhr: Der Wecker klingelt für Ronny, Andy und mich. Unser Supporter Benni bereitete mit seiner Familie das Frühstück vor. Um 5:30 Uhr ging es per Privatshuttle zum Schwimmstart – die letzten Meter zu Fuß. In der Wechselzone folgten letzte Checks, Umarmungen, gute Wünsche – und ab in den Vorstartbereich.

Das Schwimmen im Kanal ist genial. Zwar war es auf den ersten 500–600 m etwas eng, aber dafür sorgt die Nähe zu den Zuschauern am Ufer für eine einzigartige Atmosphäre. Als „Nichtschwimmer“ war das Schwimmen ohne Neo eine echte Herausforderung. Aber wie ich immer zu meinen Sportlern sage: „Ich weiß, wie ich euch schnell mache – schaut nur nicht auf meinen Schwimmstil.“

Beim Rückweg schwimmen wir am Ausstieg vorbei, unter der Brücke hindurch – und der Jubel von allen Seiten trägt einen förmlich die letzten Meter.

Dann ab aufs Rad: Dank leerer Wechselzone war das Bike schnell gefunden. Rauf auf die Old-School-Maschine – ganz nach dem Motto: „Never change a running system.“ Die Stimmung war so überragend, dass ich anfangs zu schnell fuhr – Adrenalin pur. Doch nach dem ersten Messpunkt konnte ich mich bremsen. Die 180 km lange, wellige Strecke hat es in sich, aber sie ist ein unglaubliches Erlebnis. Die Stimmung an der Strecke – einfach der Wahnsinn!

Und dann: der Solarer Berg. Schon vor der Kurve hört man den Lärm – Gänsehaut pur! Tour-de-France-Feeling: Die Zuschauer lassen kaum eine Lenkerbreite frei, feuern uns an, schlagen leicht auf Rücken und Schultern, wollen uns förmlich hochschieben. Wenn dann auch noch die eigene Tochter dort steht und dich anschreit – Emotionen pur!

In der zweiten Runde war es genauso voll wie in der ersten – beeindruckend.

Die Einfahrt in Wechselzone 2 – wie bei den Profis. Helfer nehmen die Räder entgegen, rufen die Startnummern, reichen die Wechselbeutel. Im Zelt hilft ein Helfer beim Sortieren, bietet Sonnencreme, Vaseline und Unterstützung an. Einfach nur: DAS IST ROTH!

Auch wenn ein Großteil der Laufstrecke am staubigen Kanal entlangführt, gibt es immer wieder emotionale Hotspots: „An der Lände“, die Altstadt – überall Stimmung! Kurz vor dem Anstieg nach Büchenbach nochmal Energie tanken. Dann durch die Brücke – laute Beats, bebender Brustkorb. In Büchenbach wird es nicht ruhiger – noch 7 km!

Der letzte Abschnitt: Altstadt, das Zielgeräusch im Ohr. 3… 2… 1 km bis zum Ziel. Über die Schienen, rechts in die Zielgasse, der Teppich liegt vor uns, das Stadion – die Menge tobt!

Startnummer zurechtrücken, Brille hoch – lasst die Emotionen raus! Applaus für das Publikum, Zielspaziergang genießen…

DANKE, ROTH – DANKE EUCH – ICH KOMME WIEDER!

Epilog:

Bedenke: Wenn du als Triathlet einmal in Roth gewesen bist, willst du irgendwann selbst dort am Start stehen!


Ich weiß nicht, wie es den anderen geht, aber wenn ich an Roth denke, bekomme ich immer noch Gänsehaut. So langsam kommt im Kopf an, was ich und viele andere da geleistet haben. Dazu möchte ich eine kleine Geschichte aus dem Zielbereich erzählen:

Nachdem ich die Ziellinie überquert hatte, musste ich mich erstmal sammeln. Es war noch völlig surreal: Als Ü60-Rookie an den Start gegangen – und dann auch noch im „Home of Triathlon Roth“! Meine Familie war gemeinsam mit mir bereits mehr als 14 Stunden auf den Beinen und hat alles gegeben, was eben so eine support-verrückte Familie so tut. Da war erstmal keine überschäumende Freude, sondern Leere im Kopf.

Also habe ich mich auf den Weg ins Versorgungszelt gemacht und mich in die Schlange eingereiht. Das hat meinem Körper wohl zu lange gedauert (laut Garmin waren mehr als 7.500 kcal verbrannt). Jedenfalls wollte das Thai-Curry mit Reis nicht so recht in den Magen, und mir wurde ziemlich weiß um die Nase. Dann versuchte ich es mit der heißen Brühe. Das ging besser – vier Becher später wurde es langsam wieder. Danach konnte ich endlich auch alles andere essen, was mir in die Hände fiel. Aber es hat gedauert, und meine Familie hat sich schon gefragt, wo ich bleibe.

Und natürlich hatte ich mein Smartphone auf unserem Hausboot gelassen. Also was tun? Die anderen deutschsprachigen Athleten um mich herum hatten auch keins dabei. Dann setzte sich eine Gruppe englischsprachiger Sportler neben mich. Also ein letzter Versuch: „Hey, hat einer von euch ein Smartphone, das ich benutzen darf?“

Antwort von Idan Laifer: „Na klar, mach, was du willst. SMS, WhatsApp oder auch anrufen. Aber deine Frau wird sich vielleicht über die israelische Nummer wundern.“

Gesagt, getan. Nur musste mein Gehirn erstmal kurz sortieren, ob ich jetzt +49 wählen muss. Ich hinterließ eine Sprachnachricht bei meiner Frau und schickte eine SMS. Tatsächlich wunderte sie sich über den israelischen Anruf und ging erstmal nicht ran – aber die SMS hat sie gelesen.

Währenddessen bemühte sich meine Familie, in den Zielbereich eingelassen zu werden. Mit viel Erklären und dem Goodwill des Challenge-Roth-Teams klappte auch das: Meine Frau durfte in Begleitung eines Teammitglieds zu mir ins Zelt kommen – und da stand sie plötzlich vor mir. Auch das rechne ich der Challenge-Roth-Familie hoch an. Es bestätigte mir einmal mehr: Roth ist WIRKLICH das „Home of Triathlon“ – die Organisation, die 7.500 Helfer, die Stimmung, das Festival, die Messe, das Rennen und das alles mit den Profis.

Nachdem die Energiespeicher wieder gefüllt waren, konnte ich mit meiner Familie noch die Mega-Laser-Show und das Abschlussfeuerwerk genießen. Dort traf ich auch nochmal Idan Laifer, und wir machten dieses Foto. Triathlon verbindet eben rund um den Globus.

Das Rennen selbst war eine völlig neue Erfahrung. Und durch das Neoverbot auch ziemlich anspruchsvoll. Am Samstag war es Gesprächsthema Nummer eins, viele rechneten mit 15 bis 20 Minuten Zeitverlust. Für mich waren die 3,8 km (erstmals geschwommen!) jedenfalls eine echte Herausforderung. Dank meiner Tochter, die die letzten 400 m nebenherlief und mich quasi zum Ausstieg brüllte, habe ich es gerade so geschafft, nicht aus dem Rennen genommen zu werden.

Ab da hieß es nur noch: genießen und Stimmung aufsaugen! Auf der Radstrecke war in Runde 2 der Wind die wahre Challenge, aber es hat riesigen Spaß gemacht. Die vielen Stimmungsnester wie Greding und der „Solar Hill“ waren einfach mega. Und dann der Marathon: Ich wusste, dass es bei km 35 in Büchenbach nochmal richtig knackig wird. Aber auch das habe ich geschafft und bin mit einem Lächeln ins Ziel gelaufen.

Danach: Party im Stadion und nach 21 Stunden für meine Familie und mich endlich glückselig ins Bett gefallen. Es war eine Supererfahrung. Wer eine Langdistanz machen möchte: Roth ist der Ort dafür. Vielleicht suche ich nochmal dieses Gefühl – Potenzial für Verbesserungen gibt es ja immer (Schwimmen!).

Wir sagen: Danke, Roth! Und bis spätestens 2026!


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